Digital – Virtuell – Menschlich

Goliath gegen David: DGB geht gegen Blogger vor!

eMaster am 22.08.2008 | 4 Kommentare

Der Deutsche Gewerkschaftsbund zeigt hässliche Abmahn-Fratze!

Hierzulande wird gerne – besonders in jüngster Zeit – nach China geschaut, um die dortige Presse- und Internetzensur zu kritisieren und auf Menschenrechtsverstöße aufmerksam zu machen.

Warum aber nicht auch mal vor der eigenen Türe kehren?

Hatten Sie etwa geglaubt, in Deutschland gäbe es keine Zensur? Weit gefehlt, regelmäßig werden z.B. Blogger wegen lächerlicher Lappalien vor Gericht gezerrt.

Drahtzieher sind meist mächtige Firmen und Institutionen, die eigentlich mit anderen Dingen beschäftigt sein müssten, stattdessen aber lieber ätzend anti-sozial die aufgeblähten Muskeln spielen lassen.

Gerade offenbart der Deutsche Gewerkschaftsbund seine hässliche Fratze und droht dem satirischen Blogger Marco Kanne mit Strafverfolgung, sollte dieser einen bestimmten Screenshot nicht von seiner Seite opponent.de entfernen.

Das besagte Bildschirmfoto zeigt die DGB-Seite mindestlohn.de, auf der pikanterweise ein Portrait Adolf Hitlers unter der Überschrift “Deutschland braucht den Mindestlohn” zu sehen war, was durch Herrn Kanne dokumentiert wurde.

Der DGB denkt aber gar nicht daran, sich für die “Führer”-Peinlichkeit zu entschuldigen, sondern ersinnt ganz andere Argumente…

Logo-Schutz wichtiger als Nähe zu Hitler?

Statt einer Richtigstellung oder der Ermittlung des Nutzers, der das Hitler-Portrait eingestellt hat, geht man lieber gegen Marco Kanne vor.

Noch schlimmer, als Hauptargument wird tatsächlich angeführt, dass das DGB-Logo auf dem Screenshot zu sehen wäre, was eine Urheberrechtsverletzung darstellen würde!

Selbst Staatsanwälte und Vertreter der Musikindustrie distanzieren sich inzwischen öffentlich von derartigem Abmahn-Unsinn. Der DGB-Dinosaurier steckt hingegen noch tief im fauligen Urzeit-Sumpf.

Kein Mensch will das DGB-Logo freiwillig zeigen!

Liebe Genossinnen und Genossen! Euer Logo ist so dermaßen hässlich, dass es niemand gerne auf seiner Seite veröffentlichen will!

Das einfältige Ding zieht den Wert jeder Webseite in den Keller und das Übermalen des Logos in einem Screenshot wäre Verschwendung digitaler Tinte.

Sachlich gesehen kennt das Logo jedes Kind, es lässt sich sofort seinem Urheber zuordnen, was eine unrechtmäßige oder gar kommerzielle Verwendung unmöglich macht (So gesehen ist das Logo also doch gar nicht so schlecht).

DGB stört sich an Satire und versucht Zensur!

Im Falle des Screenshots auf opponent.de ist der Zusammenhang und Ursprung des Logos klar und deutlich erkennbar. Aber gerade das scheint das Problem zu sein.

Der DGB zeigt sich humorlos und geht gegen Marco Kannes Satire vor, möchte das besagte Portrait auf mindestlohn.de wohl am liebsten unter den Teppich kehren und dem Blogger die Schuld in die Schuhe schieben.

Doch wer im Glashaus steht, sollte nicht mit Steinen werfen.

Der eMaster-Appell!

Ich richte mich aus Solidarität mit Herrn Kanne und im Sinne der Meinungsfreiheit an folgende 3 Gruppen:

1. Genossinnen und Genossen des DGB

Pfeift den/die Verantwortlichen möglichst schnell zurück! Es ist noch nicht zu spät, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Und gewöhnt euch besser ein sozialeres Verhalten an, dann klappt’s auch wieder mit den Mitgliederzahlen. Für den Imageschaden seid ihr selbst verantwortlich.

2. Staatsanwälte und Richter

Bitte lassen Sie die Kirche im Dorf und schließen Sie sich den Kollegen an, die sich bereits von den in Internet-Angelegenheiten üblichen Abmahn-Verfahren distanziert haben. Der Fall DGB vs. Kanne sollte Ihnen die Absurditäten solcher Verfahren deutlich vor Augen führen.

3. Blogger und Redaktionen

Fälle wie die des Herrn Kanne gehen euch alle an! Schreibt Artikel und bringt das Verhalten des DGB an die Öffentlichkeit. Macht es nicht von eurer Sympathie zu einzelnen Betroffenen abhängig, denn es geht um Meinungs- und Pressefreiheit. In Deutschland hat jeder das Recht, sich auch politisch zu äußern (Grundgesetz: Artikel 3/Absatz 3, Artikel 5/Absatz 1).

[ad#largereccontent]

10 Uhr, Frist abgelaufen, Bild bleibt!

Heute um 10 Uhr, keine 24 Stunden nach Zustellung des DGB-Briefs, ist die Frist für Marco Kanne abgelaufen.

Doch Kanne denkt gar nicht daran, den Screenshot wieder von seiner Seite zu entfernen. Er ist entschlossen, sich dem mächtigen Willen des DGB nicht zu beugen und findet energische Worte gegen den Gewerkschaftsriesen.

Soviel Mut verdient Respekt, auch wenn man selber möglicherweise zu anderen Argumenten als Herr Kanne greifen würde.

Und über die Qualität der Argumente der Gegenseite konnten Sie sich hier ja schon einen Überblick verschaffen.

Links zum Thema:

Der besagte Screenshot auf opponent.de

Der DGB-Brief an Marco Kanne und dessen Statement

Frist abgelaufen – Marco Kanne trotzt der Bedrohung durch den DGB

Kategorie: Standpunkt
Tags: , ,

4 Antworten auf “Goliath gegen David: DGB geht gegen Blogger vor!”

  1. www.tutsi.de am 22.August 2008 um 12:28

    DGB droht Blogger – Opponent und die Drohung vom Gewerkschaftsbund…

    Opponent und die Abmahnung vom DGB: Das Abmahnungen für einige Rechtsanwälte offenbar der Hauptgeschäftszweig sind bzw. sich einige Kanzleien – mit mehr oder weniger "sauberen Mitteln" – an der wabbeligen Rechtsprechung in…

  2. Marco Kanne von DGB zur Zensur von opponent aufgefordert - Schoggo-TV am 22.August 2008 um 20:16

    [...] zur Prätorianergarde des Leviathan”, Dominik Hennig “Unliebsame Vordenker”, iuf-Blog “Goliath gegen David: DGB geht gegen Blogger vor!”, [...]

  3. DGB-Bundesvorstand geht gegen Blogger vor « xxl-killababe berlin wordblog am 23.August 2008 um 12:20

    [...] Leviathan”, Dominik Hennig “Unliebsame Vordenker”, iuf-Blog Hitler und der DGB, pi-news.net “Goliath gegen David: DGB geht gegen Blogger vor!”, eMaster.de “Freiheit für Marco Kanne”, Die Netzklempnerin “Zensur!!!”, [...]

  4. Die Abmahnerei muss weg « Neues Und Bekanntes am 23.August 2008 um 15:26

    [...] mit den politischen Ansichten des Abgemahnten oder mit Abmahnung Bedrohten. Dass der DGB im Fall Kanne erst droht, ist besser als gleich die Abmahnung ins Haus zu schicken, läuft aber von den Kosten [...]

Kommentieren